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Wie alles begann

Im Freistaat Sachsen leben etwa 48 % der Einwohner im ländlichen Raum. Er umfasst gemäß Landesentwicklungsplan einen Flächenanteil von ca. 83,5 %. Der ländliche Raum ist geprägt durch Landstädte und ca. 3000 Dörfer in denen derzeit über 1 Million Menschen leben. Der ländliche Raum ist unverzichtbarer Teil der sächsischen Identität und hat unersetzliche Funktion als Lebens-, Arbeits- und Erholungsraum für alle Sachsen und seine Gäste. Er ist lebenswichtiger Lebensmittel-, Rohstoff-, Energie- und Trinkwasserlieferant. Die Menschen im ländlichen Raum leisten einen entscheidenden Beitrag zur wirtschaftlichen sowie kulturellen Entwicklung des Freistaates.

Wie vorstehend definiert der Freistaat Sachsen seine Landesentwicklungsaufgaben im Bereich des ländlichen Raumes. Wegen dieser besonderen Bedeutung hat der Freistaat Sachsen in Umsetzung der europäischen Förderrichtlinien einen Wettbewerb zur Bildung von regionalen Fördergebieten initiiert. Mit seinem Aufruf eröffnete der Staatsminister für Umwelt- und Landwirtschaft, Stanislav Tillich, am 17.10.2006 eine Bewerbungsrunde im Rahmen der integrierten ländlichen Entwicklung als LEADER- bzw. ILE-Gebiet für den Zeitraum 2007 bis 2013. Ziel war dabei, neue regionale Partnerschaften zu entwickeln oder bereits bestehende Verbünde weiter zu qualifizieren und zum 01.07.2007 ein regionales Entwicklungskonzept beim Freistaat Sachsen einzureichen.

Als dieser Aufruf veröffentlicht wurde, erfolgte in unserer Region nicht sofort eine entsprechende Reaktion darauf. Erst durch die Neuordnungsbemühungen der bereits im ILE- bzw. LEADER-Prozess eingebundenen Regionen in unserer Nachbarschaft und deren Bemühen, neue Gebietskulissen zusammenzuführen, kam dieses Thema auch bei uns in die öffentliche Diskussion. Im Dezember 2006 sowie im Januar 2007 wurden zwei vorbereitende Beratungen von potentiellen Mitgliedsgemeinden einer neu zu schaffenden Gebietskulisse durchgeführt, in der die gemeinsame Herangehensweise an das Thema miteinander beraten wurde. Im Januar 2007 konnte die sich formierende Gebietskulisse vereinbart werden, an der die Städte und Gemeinden Crostau, Demitz-Thumitz, Doberschau-Gaußig, Göda, Großpostwitz, Hochkirch, Kirschau, Kubschütz, Neukirch, Obergurig, Schirgiswalde, Schmölln-Putzkau, Sohland a. d. Spree, Steinigtwolmsdorf und Wilthen teilnahmen. Gespräche mit Cunewalde, Bischofswerda, Burkau, Weißenberg und der Stadt Bautzen wurden ebenfalls geführt. Diese Städte und Gemeinden entschieden sich jedoch nach Abwägung aller Vor- und Nachteile für andere Gebietskulissen.

Am 10.01.2007 wurde die Stadt Schirgiswalde, vertreten durch Bürgermeister Patric Jung, als Koordinator für den Konzeptionsprozess bestimmt. Es wurden Angebote von verschiedenen Planungsbüros eingeholt, um die planerische Leistung des Konzeptionsprozesses fachlich beauftragen zu können. Die Gemeinden der Gebietskulisse gaben eine verbindliche Mitwirkungserklärung auf der Grundlage entsprechender Gemeinderatsbeschlüsse ab.

Am 29.01.2007 erfolgte die Auswahl des bevorzugten Planungsbüros. Nach Abwägung einer ganzen Reihe von Faktoren wurde das Planungsbüro Panse mit Sitz in Bautzen in Kooperation mit der Agentur für Regionalentwicklung Dr. von Korff mit der Leistungserbringung beauftragt. Im Februar wurde der Fördermittelantrag für die Bezuschussung der planerischen Leistungen beim Amt für Ländliche Entwicklung in Kamenz gestellt. Am 21.02.2007 wurde eine gemeinsame Beratung aller Bürgermeister der Gemeinden innerhalb der Gebietskulisse Bautzener Oberland durchgeführt, in der die gemeinsame Arbeitsrichtung, Grundsätze der Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro und Prozessplanung geklärt wurden. Es begann nunmehr ein breit gefächerter Diskussions- und Ideenfindungsprozess in allen Gemeinden des Gebietes. Am 20.03.2007 wurde im Haus Treffpunkt in Schirgiswalde die Eröffnungsveranstaltung unter Anwesenheit von ca. 120 Personen des öffentlichen Lebens aus allen Teilen des Gebietes durchgeführt. Neben einer Reihe von theoretischen Grundlagen, über die teilweise erstmals öffentlich informiert werden konnte, war Hauptgegenstand dieser Eröffnungsveranstaltung die Gründung von Arbeitsgruppen, um fachliche Teilbereiche des Konzeptionsprozesses im Einzelnen vorbereiten zu können. Es wurden vier Arbeitsgruppen gebildet:

  • Arbeitsgruppe Wirtschaft und Landwirtschaft, wobei sich bei dieser Arbeitsgruppe später herausstellte, dass der Teilbereich Landwirtschaft separat als Unterarbeitsgruppe bearbeitet werden musste
  • Arbeitsgruppe Umwelt
  • Arbeitsgruppe Interkommunale Kooperation und Infrastruktur
  • Arbeitsgruppe Familienfreundlichkeit

Um von vornherein den Erarbeitungsprozess der Konzeption auch dauerhaft dokumentieren zu können, wurde miteinander vereinbart, dass neben der textlichen Darstellung auch eine filmische Dokumentation erfolgen soll. Es wurde ein entsprechender Auftrag zur Erstellung einer Videoproduktion erteilt. Dieser entstandene Film ist im Abschluss der Planungsarbeit ebenfalls mit zur Beurteilung eingereicht worden.


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Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
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